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Briefe von Nahrle - Fortsetzungsgeschichte

  • Nahrle
  • 15. Mai 2024 um 12:07
1. offizieller Beitrag
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    • 15. Mai 2024 um 12:07
    • #1

    Liebe Palianerinnen und Palianer,

    Ich möchte euch herzlich zu einer besonderen Reise einladen – einer Reise durch die Welt von Palia, begleitet von den Briefen einer jungen Frau namens Nahrle.

    Jede Woche werde ich einen neuen Brief von Nahrle veröffentlichen, in dem sie ihre Gedanken, Erlebnisse und Entdeckungen teilt. Diese kurzen Briefe sind ein Fenster in ihre Welt, eine Welt voller Magie, Geheimnisse und unerwarteter Begegnungen.

    Nahrle schreibt diese Briefe nicht an eine bestimmte Person, sondern an die Zukunft gerichtet. Sie sammelt ihre Gedanken und Erinnerungen in der Hoffnung, dass sie eines Tages von jemandem gefunden werden, der ihre Geschichte verstehen kann.

    Ich lade euch ein, Nahrles Reise mit mir zu verfolgen und eure Gedanken und Kommentare zu teilen. Eure Meinungen und vielleicht sogar eure Kritik sind mir wichtig, denn sie helfen mir, diese Geschichte weiterzuentwickeln und zu verbessern.

    Vielen Dank, dass ihr Teil dieser Reise seid.

    Mit freundlichen Grüßen,


    Nahrle

    Glück auf,
    Nahrle

    "Man kann nich' immer nur malochen, man muss auch ma' inne Pötte kommen und dat Leben genießen. Is' schließlich nich' alles Schicht im Schacht."

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    • 15. Mai 2024 um 12:07
    • #2


    Lieber Unbekannter,

    Ich beginne diesen Brief in der Hoffnung, dass er eines Tages von jemandem gelesen wird, der vielleicht genauso verwirrt und neugierig ist wie ich es einst war, als ich aus einem mysteriösen Wirbel in diese zauberhafte Welt von Palia geschleudert wurde.

    Meine erste Begegnung hier war mit Jina, einem Wesen von elfenähnlicher Gestalt, jedoch ohne die majestätische Anmut, die man sich oft vorstellt. Doch ihre spitzen Ohren faszinierten mich auf eine Weise, die ich nicht erklären kann. Jina wurde begleitet von Hekla, einem seltsamen Roboter, der zwar nicht lebendig wirkte, aber dennoch eine erstaunliche Fürsorge für sie zu hegen schien. Es war eine Szene, die meine Sinne überforderte und meine Neugierde weckte, während ich mich in einer Welt wiederfand, die ich nicht kannte.

    Aszuhra, ein freundlicher Majiri, hieß mich auf dieser Lichtung willkommen, die ich nun mein Zuhause nenne. Mit einem Zelt und einigen Werkzeugen ausgestattet, begann ich, dieses Fleckchen Land für mich zu erschließen. Doch obwohl ich bereit war, meine neue Umgebung zu erkunden, stellte sich schnell heraus, dass ich keine geborene Handwerkerin war.

    Ich erinnere mich noch an die komischen Zwischenfälle an meinem ersten Tag. Ein Chaapa, ein Tier, das einem großen Eichhörnchen ähnelt, ließ mich erschreckt aufspringen, als es unerwartet auftauchte. Dann riß ich mir einen dicken Splitter in den Finger, als ich versuchte, einen hartnäckigen Ast zu entfernen. Und als ich versuchte, mit Schwung eine Spitzhacke zu benutzen, verlor ich sie prompt und blickte verdutzt umher, als ob sie sich einfach in Luft aufgelöst hätte.

    Diese kleinen Missgeschicke ließen mich schmunzeln, selbst in meiner anfänglichen Verwirrung über meine Situation. Denn trotz des Chaos und der Unsicherheit, die meine Existenz umgeben, fühle ich mich doch mit jedem Tag ein Stückchen mehr zu diesem Ort hingezogen, den ich nun mein Zuhause nenne.

    Am Abend, während ich am Lagerfeuer vor meinem Zelt saß und in den Himmel schaute, der von zwei Monden beleuchtet wurde, überwältigte mich eine tiefe Erschöpfung. Die vielen Gedanken, die mich den ganzen Tag über begleitet hatten, verwandelten sich langsam in sanfte Träume, und bevor ich es bemerkte, war ich in einen friedlichen Schlaf gesunken.

    Diese kleinen Momente der Ruhe sind selten in einer Welt voller Geheimnisse und Ungewissheiten. Doch sie erinnern mich daran, dass selbst inmitten der Dunkelheit des Unbekannten ein Funken Hoffnung und Frieden existiert.

    So endet mein Brief für heute, mit der Gewissheit, dass meine Gedanken und Erlebnisse hier aufbewahrt sind, in der Hoffnung, dass sie eines Tages gefunden werden und vielleicht jemandem Trost oder Erkenntnis bringen können.

    In freundschaftlicher Verbundenheit, Nahrle

    Glück auf,
    Nahrle

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    • 16. Juni 2024 um 09:16
    • #3

    Lieber Unbekannter,

    Heute möchte ich dir von einem besonderen Tag berichten, den ich mit Einar, einem Galdur, verbracht habe. Die Bewohner von Palia sind unglaublich freundlich und hilfsbereit, und Einar ist da keine Ausnahme. Eines Morgens kam er zu meinem Zelt und bot mir an, mir das Angeln beizubringen. Er sagte, es sei sein „Einsein“ – ein Wort, das wohl für Hobby oder Lebensaufgabe steht.

    Ich zögerte nicht lange, denn frischer Fisch wäre eine wunderbare Bereicherung für meinen noch kargen Speiseplan. Einar erzählte mir viel über die Fische in Palia, wo und wann man sie fangen kann, welche Arten es gibt und welche Köder am besten geeignet sind. Er zeigte mir sogar, wie man eine eigene Angel herstellt.

    Der Tag am Steg mit Einar war voller lustiger und unerwarteter Ereignisse. Schon bald merkte ich, dass Angeln nicht nur eine ruhige Tätigkeit ist. Zunächst fiel ich ins Wasser, als ich mich zu weit über den Steg lehnte. Einar zog mich mit seinen langen Armen aus dem Wasser und sagte ernst, dass dies die falsche Art zu angeln sei, was mich zum Lachen brachte. Einar selbst lacht nicht richtig, da er das Konzept von Emotionen nicht ganz zu verstehen scheint.

    Dann schaffte ich es irgendwie, mein eigenes Ohr anzuhaken – ein Vorfall, der mich in schallendes Gelächter ausbrechen ließ. Mehrmals entkamen mir die Fische, oft auf die komischste Art und Weise. Ein besonders kleiner Fisch zog mich quer durch den See, als wäre er ein Pottwal, während ein großer Fisch fast von alleine auf den Steg sprang.

    Neben Fischen zogen wir auch allerlei Kuriositäten aus dem Wasser, darunter eine Kiste mit wunderbaren Möbelstücken für meinen Lagerplatz. Ich bin nun stolze Besitzerin einer Couch und eines Tisches. Wir fanden auch ein Steuerrad, das sicher von einem längst gesunkenen Schiff stammt, und mehrere Schuhe – merkwürdigerweise alle für den linken Fuß. Das sollte ich mal untersuchen oder Eloisa fragen, die sich im Dorf mit mysteriösen Dingen auskennt.

    Am Abend saß ich dann mit einem knusprig gebratenen Fisch vor meinem Zelt auf meiner neuen Couch und dachte an den Tag zurück. Es war einer dieser seltenen Momente, in denen ich meine Gedanken wirklich ordnen konnte, ohne an meine ungewisse Herkunft oder Zukunft zu denken. Ich war tatsächlich einfach nur glücklich.

    Ist dieser Ort vielleicht einfach nur dazu da, mich glücklich zu machen? Diese Frage stelle ich mir oft, aber vielleicht muss ich nicht immer Antworten finden. Manchmal ist es genug, einfach den Moment zu genießen.

    In freundschaftlicher Verbundenheit, Nahrle

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    • 19. Juni 2024 um 19:08
    • #4

    Lieber Unbekannter,

    Heute schreibe ich dir mit einem schweren Herzen. Trotz der Schönheit und Magie von Palia gibt es Momente, in denen die Last meiner Unwissenheit und Einsamkeit unerträglich wird.

    Seit meinem plötzlichen Auftauchen hier habe ich immer wieder versucht, meine Herkunft zu ergründen. Doch je mehr Zeit vergeht, desto mehr scheint sich die Antwort in weiter Ferne zu verlieren. Es ist, als ob meine Vergangenheit ein verschwommener Traum ist, der mit jedem Tag weiter verblasst.

    Heute war ein besonders schwieriger Tag. Ich beobachtete die Majiri im Dorf Kilima, wie sie mit ihren Familien und Freunden lachten und ihre Zeit miteinander genossen. Es erinnerte mich daran, wie wenig ich über mein eigenes Leben weiß. Hatte ich eine Familie? Gab es jemanden, der mich vermisst oder nach mir sucht?

    Die Einsamkeit griff heute besonders fest nach meinem Herzen. Während ich durch die vertrauten Wege des Dorfes wanderte, fühlte ich mich fremder denn je. Trotz der Freundlichkeit der Majiri und der Wärme, die sie mir entgegenbringen, bleibt da diese Lücke, dieses tiefe Loch, das sich nicht füllen lässt.

    Abends saß ich allein vor meinem Zelt, die beiden Monde von Palia strahlten hell am Himmel. Normalerweise finde ich Trost in ihrem Licht, aber heute fühlte ich mich von ihnen nur noch weiter entfernt. Ein Gedanke nagte an mir: Was, wenn ich nie herausfinde, wer ich wirklich bin? Was, wenn ich für immer in dieser Ungewissheit leben muss?

    Ich wünschte, ich könnte diesen Schmerz mit jemandem teilen, aber selbst das scheint mir nicht möglich. Stattdessen schreibe ich dir, unbekannter Freund, in der Hoffnung, dass diese Worte eines Tages von jemandem gelesen werden, der meine Traurigkeit versteht.

    In diesen Momenten versuche ich, mich an die kleinen Freuden zu erinnern, die mir hier begegnen. Doch heute Abend scheint selbst das nicht genug zu sein. Die Stille ist überwältigend, und die Dunkelheit der Nacht bringt meine innersten Ängste zum Vorschein.

    Ich hoffe, dass morgen ein besserer Tag sein wird. Dass ich die Kraft finde, weiterzumachen und die Hoffnung nicht verliere. Doch für heute lasse ich meinen Tränen freien Lauf und vertraue darauf, dass auch diese Traurigkeit ein Teil meiner Reise ist.

    In nachdenklicher Verbundenheit,

    Nahrle

    Glück auf,
    Nahrle

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    • 27. Juni 2024 um 09:05
    • #5

    Lieber Unbekannter,

    Heute habe ich etwas Erstaunliches erfahren, was mein Herz mit einer Mischung aus Hoffnung und Nervosität erfüllt hat. Jina erzählte mir, dass in letzter Zeit mehr Menschen plötzlich in Kilima aufgetaucht sind, genauso unerwartet und geheimnisvoll wie ich. Diese Nachricht hat mich tief berührt und meine Neugier geweckt, aber auch eine Welle der Unsicherheit in mir ausgelöst.

    Jina ist immer von Hekla begleitet, einem rundlichen Galdur. Hekla verhält sich oft etwas merkwürdig. Sie beobachtet Jina und alles um sie herum sehr genau, als würde sie sie beschützen wollen – fast wie eine Mutter? Man fühlt sich immer beobachtet, wenn man mit Jina spricht, und das verstärkt meine innere Unruhe nur noch mehr.

    Entschlossen, mehr über die anderen Menschen zu erfahren, ging ich ins Dorf zum Rathaus, um bei Kenli, dem Bürgermeister, nachzufragen. Kenli ist eine freundliche Seele, aber manchmal braucht er einen kleinen Anreiz, um Informationen preiszugeben. Ein Sandwich war genau das Richtige, und tatsächlich – er gab mir die Informationen und beschrieb mir, wo ich die anderen Menschen finden könnte.

    Mit pochendem Herzen rannte ich zurück zu meiner Lichtung, um mich vorzubereiten. Während ich mein Kleid bürstete, wurde mir klar, wie sehr ich mir wünschte, dass dieser Tag ein neuer Anfang für mich sein könnte. Dann huschte ein Gedanke daran, wie dringend ich einen Eimer und eine Wäscheleine brauche, durch meinen Kopf. Komisch, warum denke ich jetzt daran? Doch diese Gedanken wurden schnell von der Nervosität verdrängt.

    Ich machte mich auf den Weg zu der Lichtung im Wald, die Kenli mir beschrieben hatte. Jeder Schritt schien schwerer zu werden, je näher ich meinem Ziel kam. Als ich die Lichtung fast erreicht hatte, blieb ich plötzlich stehen. Eine Welle von Nervosität überkam mich, die mich fast zum Umkehren brachte. Was, wenn sie mich nicht akzeptieren? Oder schlimmer noch, was, wenn sie mich ablehnen?

    Die Vorstellung, andere Menschen zu treffen, die in einer ähnlichen Situation sind wie ich, war überwältigend. Meine Hände zitterten und mein Herz schlug so laut, dass ich meinte, jeder im Umkreis müsse es hören. Aber dann dachte ich daran, dass ich vielleicht endlich nicht mehr allein sein würde. Diese Hoffnung, so zart und zerbrechlich sie auch sein mag, gab mir den Mut, weiterzugehen.

    Tief durchatmend schloss ich die Augen und versuchte, meine Nerven zu beruhigen. Die Erinnerung an die Wärme und Freundlichkeit der Majiri half mir, die Angst zu überwinden. Mit einem letzten tiefen Atemzug öffnete ich die Augen und setzte meinen Weg fort, mein Herz voller Hoffnung und Angst zugleich.

    Ich hoffe, dass dieser Schritt mir Antworten bringt und vielleicht sogar neue Freunde. Vielleicht finde ich endlich ein Stück meiner Vergangenheit oder jemanden, der meine Einsamkeit versteht.

    In hoffnungsvoller Verbundenheit,

    Nahrle

    Glück auf,
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    "Man kann nich' immer nur malochen, man muss auch ma' inne Pötte kommen und dat Leben genießen. Is' schließlich nich' alles Schicht im Schacht."

  • Dragenera
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    • 27. Juni 2024 um 09:19
    • #6

    Liebe Nahrle,

    wie ich Deine Briefe liebe. Ich danke Dir dafür und freue mich schon auf die nächsten :smiling_face_with_heart_eyes:

    Als Mirmi Salati hab ich immer viel zu tun und freue mich auf nette Gäste :smiling_face_with_smiling_eyes:

  • Arisanaa
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    • 27. Juni 2024 um 09:45
    • #7

    Nahrle ich Liebe deine Briefe kann es nie erwarten bis der nächte online ist die spannung zu erfahren wie es weiter geht ist zum zerreisen :red_heart: aber um so besser ist es dann den nächsten brief lesen zu können :face_blowing_a_kiss:

    mach weiter so das ist so mega toll

  • Thyreas
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    • 27. Juni 2024 um 10:24
    • #8

    Auch ich begeistere mich sehr für deine Briefe und freue mich immer, wenn es eine Fortsetzung gibt :smiling_face_with_hearts::star_struck:

    Thyreas freut sich ingame immer über eine FA :face_blowing_a_kiss:

    IN EVERY JOB THAT MUST BE DONE

    THERE IS AN ELEMENT OF FUN

    (Mary Poppins)

  • Lumi
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    Lumi
    Gast
    • 27. Juni 2024 um 11:03
    • #9

    Herrlich..😍

    Bitte nie aufhören!!!🥰Ich freue mich auf das was noch kommt..😊

    Mach Bücher daraus..ich möchte dann bitte bitte aus der ersten Auflage "Nahrles Briefe aus Palia" ein signiertes Exemplar..😁🙏

  • Eadlyn Pfuetzenpoesie
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    • 27. Juni 2024 um 18:00
    • #10

    Ich warte jedes Mal auf einen neuen Brief. Ich lese die gerne, weil sie einfach so gut sind. :3 Wie so eine Art kleine Brieffreundschaft- nur ohne Antwort des Lesenden. xD

    ---Keinen verderben zu lassen, auch nicht sich selber. Jeden mit Glück zu erfüllen, auch sich. Das ist gut.--- (Bertolt Brecht)

  • Onahmuh
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    • 27. Juni 2024 um 19:04
    • #11

    Wunderschön geschrieben. Voller Gefühl, Witz, Humor und Wäscheleine:winking_face_with_tongue:

  • Lira_Elanor
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    Lira_Elanor
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    • 29. Juni 2024 um 11:15
    • #12
    Zitat von Lumi

    Herrlich..😍

    Bitte nie aufhören!!!🥰Ich freue mich auf das was noch kommt..😊

    Mach Bücher daraus..ich möchte dann bitte bitte aus der ersten Auflage "Nahrles Briefe aus Palia" ein signiertes Exemplar..😁🙏

    Die Idee finde ich super gut. Ich nehme auch eine Exemplar :red_heart:

    https://www.twitch.tv/lira_elanor

    Jeden Di, Do und So ab ca. 19 Uhr

  • Ming
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    Ming
    Gast
    • 3. Juli 2024 um 10:29
    • #13

    Es ist eine wunderschöne Idee und toll geschrieben......

  • Nahrle
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    Nahrle
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    • 3. Juli 2024 um 12:07
    • #14

    Lieber Unbekannter,

    Letztes Mal schrieb ich dir, wie ich mich auf den Weg machte, um andere Menschen zu finden. Heute möchte ich dir erzählen, wie es weiterging.

    Mutig ging ich weiter, mein Herz schlug so laut, dass es mir vorkam, als könnte jeder es hören. Schließlich erreichte ich die Lichtung und sah tatsächlich einen anderen Menschen. Es schien ein Mann zu sein. Er stand vor einem Haus – ein echtes Haus! – und hackte Holz. Er war groß und muskulös, mit dunklen Haaren. Der Anblick dieses Hauses und dieses Menschen ließ meine Zweifel kurz verstummen, nur um dann umso lauter in meinem Kopf widerzuhallen.

    Was, wenn dieser Mensch alleine bleiben will? Was, wenn er meine Sprache gar nicht spricht? Was, wenn... wenn... wenn...

    Mit einem trockenen Hals versuchte ich, ein „Hallo“ herauszubringen, aber es kam nur ein heiseres Krächzen heraus. Der Mann schien mich nicht gehört zu haben. Ich nahm all meinen Mut zusammen und rief noch einmal laut „Hallo“. Ups, das war jetzt viel zu laut. Wie peinlich!

    Der Mann hörte mich dieses Mal und drehte sich um. Seine Augen weiteten sich vor Überraschung, und er ließ die Axt sinken. Für einen Moment schien die Zeit stillzustehen. Meine Zweifel kehrten zurück, aber ich zwang mich, ruhig zu bleiben und ihm entgegenzugehen.

    „Hallo“, sagte ich noch einmal, diesmal in einem etwas normaleren Ton. „Ich bin Nahrle. Ich... ich habe gehört, dass es hier noch andere Menschen gibt.“

    Der Mann blinzelte ein paar Mal, bevor er antwortete. „Hallo, Nahrle. Ich bin Roran. Ja, es gibt hier einige von uns, die scheinbar genauso wie du plötzlich hierher gelangt sind.“

    Er lächelte freundlich, und ich fühlte, wie sich ein Teil meiner Anspannung löste. Roran erzählte mir, dass auch er keine Erinnerungen an seine Vergangenheit hatte, und wir sprachen lange über die seltsame Verbindung, die uns alle hierher geführt hatte.

    Dann sagte Roran: „Warte kurz,“ und verschwand im Haus. Er kehrte mit einem kleinen Korb zurück, gefüllt mit Obst und anderen nützlichen Dingen. „Hier, ein kleines Willkommensgeschenk“, sagte er und reichte mir den Korb. „Ich weiß, wie verwirrend und beängstigend es sein kann, plötzlich hier zu sein.“

    Ich wurde rot und fühlte mich plötzlich verlegen. Ich hatte überhaupt nicht daran gedacht, etwas mitzubringen. „Danke, Roran. Das ist wirklich nett von dir“, stammelte ich und nahm den Korb entgegen. „Ich... ich habe nichts für dich...“

    Roran winkte ab und lächelte erneut. „Mach dir keine Sorgen, Nahrle. Wir sind alle hier, um einander zu helfen. Das ist das Wichtigste.“

    In diesem Moment fühlte ich mich nicht mehr ganz so allein. Es war beruhigend zu wissen, dass es andere gab, die dasselbe durchmachten wie ich. Trotz meiner anfänglichen Nervosität und Zweifel fand ich Trost in der Gemeinschaft, die sich hier in Kilima bildete.

    Ich hoffe, dass dieser Tag der Anfang von etwas Neuem und Wunderbarem ist. Vielleicht finden wir eines Tages die Antworten auf all unsere Fragen.

    In hoffnungsvoller Verbundenheit, Nahrle

    Glück auf,
    Nahrle

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  • Onahmuh
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    • 3. Juli 2024 um 12:31
    • #15

    Wieder ein sehr schöner Brief. Bin wirklich sehr gespannt wie es weitergeht mit Nahrle, den anderen Menschen und den Palianern.

  • Arisanaa
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    Arisanaa
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    • 3. Juli 2024 um 12:48
    • #16

    Und wieder hast du es geschafft so einen wundervollen brief zu schreiben der einen so berührt als ob man selbst dabei war. ich warte schon sehnsüchtig auf den nächsten:red_heart:

  • Hope of the God
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    Hope of the God
    Gast
    • 3. Juli 2024 um 14:14
    • #17

    Ja ich habe bisher jeden Deiner Briefe gelesen und es fühlte sich jedesmal so an als wäre man Zuschauer dieser Szene. Vielen Dank und hör nicht auf. :red_heart:

  • Nahrle
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    • 9. Juli 2024 um 17:14
    • #18

    Lieber Unbekannter,

    letztes Mal erzählte ich dir, wie ich mutig aufbrach, um einen anderen Menschen zu finden. Diese Nacht war unruhig für mich, da ich immer wieder an die Begegnung mit Roran zurückdachte. Es war überwältigend, zu erfahren, dass es andere Menschen gibt, die mein Schicksal teilen. Ich schlief erst ein, kurz bevor der Hahn aus dem Dorf seinen Weckruf über die stillen, nebelverhangenen Felder von Kilima schallen ließ. Doch es war ein tiefer und befriedigender Schlaf, ganz anders als die Tage davor. Erholt und voller Tatendrang erwachte ich am frühen Vormittag. Heute war es soweit, heute wollte ich das erste Mal nach Bahari aufbrechen.

    Ich packte alles, was ich für die Wanderung wichtig hielt, in meinen Rucksack: eine Decke, ein langes Seil, eine Flasche Wasser, eine gegrillte Forelle und noch einige andere Sachen, die mir wichtig erschienen. Mit festem Schuhwerk – das ich beim Angeln gefangen hatte und sogar ein rechter Schuh war dabei – machte ich mich auf den Weg nach Bahari. Die Sonne über dem Wald von Bahari strahlte durch die Äste und tauchte den Wald in ein geheimnisvolles Licht. Immer wieder blieb ich stehen und bewunderte die Ruinen, die immer wieder auftauchten. Relikte einer längst vergangenen Zivilisation, der Menschen. War auch ich nur ein Relikt aus jener Zeit?

    Gegen Mittag erreichte ich die zentralen Stallungen in Bahari. Im Gegensatz zum stillen Wald, ganz ohne Majiri, war hier viel Trubel. Eine Postkutsche aus Kilima, gezogen von vier stolzgehörnten Sernuks, traf gerade ein. Zwei männliche Majiri stapelten Strohballen in der Scheune, während der Kutscher und eine junge Majiri die Koffer von der Kutsche wuchteten. Die Fahrgäste aus der Kutsche setzten sich theatralisch erschöpft auf die Bank vor der Taverne der Stallungen und redeten darüber, wie anstrengend doch die Reise war. Sie sahen nicht aus wie die Majiri aus dem Dorf, welches ich so liebte, sondern eher pikfein und hochnäsig, ein bisschen so wie Eshe. Sie passten einfach nicht hier in die Gegend, es waren sicher Hauptstädter.

    Ich setzte mich etwas abseits auf einen Baumstumpf, aß meine Forelle und beobachtete das bunte Treiben. Satt, motiviert und etwas amüsiert über die vier Großstädter, machte ich mich wieder auf den Weg. Ich genoss die Sonnenstrahlen, die immer wieder durch das Nadelgehölz brachen. Ich kam an ein paar umgeknickten Tannen vorbei und sah mir die Stämme genauer an. Sehr dunkles und wohlriechendes Holz. Ich malte mir schon aus, was man alles Tolles daraus bauen könnte. Mit dem harzigen Duft des Holzes in der Nase erreichte ich den Waldrand an einem kleinen Fluss. In der Ferne konnte ich schon die sandfarbenen Felsen der Bahari-Küste erkennen, von der mir Jina erzählt hatte. Rechts von mir tauchte ein riesiges Hochplateau auf, auf dem auch wieder, wie ganz Bahari, Ruinen in den Himmel ragten. Auch hier muss ich irgendwann wieder herkommen und diese genauer erkunden. Aber mein Ziel war heute die Bahari-Küste, genauer gesagt die Korallenküste.

    Diese erreichte ich am späten Nachmittag, und sie war überwältigend: die schroffen Felsen, das riesige blaue Meer bis zum Horizont, nur unterbrochen von den weißen Ruinen, die auch hier aus dem Meer ragten. Nachdem ich die Meeresluft tief in mich eingesogen hatte, ging ich die Küste in Richtung Norden. Nach kurzer Zeit fand ich, warum ich den Weg hierher gemacht hatte – einen riesigen angeschwemmten Trümmerhaufen. Im Dorf erzählte man sich, dass dort immer tolle Sachen zu finden seien, und ich brauchte noch vieles für meine karge Lichtung. Wie ein kleines Kind begann ich, in dem Haufen zu wühlen, betrachtete zwischendurch tolle Bretter, die mit Muscheln übersät waren, und legte sie entweder auf die Sachen, die ich mitnehmen wollte, oder auf einen neuen Haufen, den ich nicht haben wollte.

    Plötzlich schrie ich auf, als ein stechender Schmerz durch meine Hand brannte. Eilig zog ich die Hand aus den Tiefen des Haufens und sah da einen orange-gelb farbenen Krebs, der an meiner Hand baumelte. "Sowas hatte ich doch schon mal," fluchte ich und schüttelte den Krebs mit einem kräftigen Ruck von meiner Hand. Dumpf auf den Boden klatschend, wollte dieser sich aus dem Staub machen. "Oh nein, so nicht," rief ich. "Du gibst morgen noch ein tolles Mittagessen ab. Wie du mir, so ich dir," murmelte ich, als ich den Krebs in einem Netz an meinem Rucksack befestigte. Als ich wieder auf den Haufen blickte, bemerkte ich etwas, was das Sonnenlicht reflektierte. Nach einigen anstrengenden Minuten hatte ich eine alte Schatztruhe aus dem Haufen gezogen. Auch sie war über und über mit Muscheln, Seetang und Korallen bedeckt. Ich versuchte, sie mit einem der Bretter aufzuhebeln, und auch mit einem Stein das Schloss zu knacken. Nichts half, die Kiste blieb wie sie war – nämlich zu. "Ich muss sie irgendwie mit heim nehmen," überlegte ich laut und kramte in meinem Rucksack. Ich holte das Seil hervor, knotete es mehrfach um die Truhe und band mir das andere Ende um die Hüften. Den Rucksack geschultert, legte ich mich ins Zeug. Meine Füße gruben sich tief in den nassen Sand, und mit einem kleinen Ruck setzte sich die Truhe tatsächlich in Bewegung.

    Der Rückweg war beschwerlich, und ich musste immer wieder Pausen einlegen. Das Wasser war mittlerweile leer, und von der Forelle waren auch nur noch Gräten übrig. Nur der Krebs bewegte sich noch lebhaft in seinem Netz. Mittlerweile sprach ich auch mit ihm und hatte ihn Fridolin getauft. Es fielen Sätze wie: "Was beschwerst du dich denn, ich muss hier schließlich die schwere Truhe ziehen und du lässt dich in deinem Netz einfach so hängen," und so weiter. Es war schon weit nach Mitternacht, als ich meine Lichtung und mein Zelt erreichte. Mit einem Schnaufer blieb ich direkt vor der Spitzhacke stehen. Von der Neugier gepackt und wohl wissend, dass ich eh nicht schlafen kann, bevor die Truhe auf ist, schnappte ich mir die Spitzhacke und mit drei gezielten Schlägen war das Schloss Geschichte. Aufgeregt öffnete ich den Deckel und mein Erstaunen stand mir ins Gesicht geschrieben: mit weit geöffnetem Mund. Steine, ernsthaft Steine... wer versteckt denn Steine in einer Schatztruhe? Ich fiel nach hinten über auf meinen Rucksack, das Seil noch um die Hüften und einen Stein in der Hand. Völlig erschöpft von der Anstrengung und der Enttäuschung schlief ich vor der Kiste, neben meinem Zelt auf der Wiese ein. Währenddessen schnappte sich Fridolin durch das Netz ein paar Grashalme und knabberte daran.

    Bis bald,
    Nahrle

    Glück auf,
    Nahrle

    "Man kann nich' immer nur malochen, man muss auch ma' inne Pötte kommen und dat Leben genießen. Is' schließlich nich' alles Schicht im Schacht."

    Einmal editiert, zuletzt von Nahrle (10. Juli 2024 um 19:13)

  • Arisanaa
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    • 9. Juli 2024 um 17:29
    • #19

    Oh man wie immer super toll geschrieben. Man fühlt sichtig mit und man ist auch selbst aufgeregt was sich in der truhe verbiergt =) Ich kann einfach nicht genug davon bekommen und warte sehsüchtig auf den nächsten Brief:smiling_face_with_heart_eyes: mach bitte weiter so es ist so toll deine Briefe zu lesen:red_heart:

  • DragonWitch
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    DragonWitch
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    • 9. Juli 2024 um 17:49
    • #20

    Wieder sehr schön geschrieben c:
    Liebe es :red_heart:

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